Skip to content
The Encyclopedia of Horology

Magazin · Makers & history

Elgin-Taschenuhren: Modelle, Grades und Produktpalette

Elgin-Taschenuhren lassen sich am besten anhand ihrer Uhrwerke einordnen – nicht allein anhand des Namens auf dem Zifferblatt. Dieser Leitfaden unterscheidet benannte Werkreihen, nummerierte Grades und Werkmodelle und erklärt, was diese Merkmale über Materialien, Qualität und Verwendungszweck aussagen.

2. Oktober 2026 · 9 Min. Lesezeit

KI-Entwurf auf Grundlage realer Suchanfragen. Noch nicht redaktionell geprüft – wichtige Angaben bitte mit den Quellen abgleichen.

Gold Filled Elgin National Watch Co. Pocket Watch – 1925
Gold Filled Elgin National Watch Co. Pocket Watch – 1925 — WatchMuseum.org (© WatchMuseum.org, used with permission)

Das Wichtigste

  • Eine benannte Werkreihe wie B. W. Raymond kann mehrere Grades umfassen und steht nicht für eine einzige feste Spezifikation.
  • Die Werkseriennummer ist der Ausgangspunkt zur Bestimmung einer Elgin; die Gehäusenummer erfüllt einen anderen Zweck.
  • Das Gehäusematerial sagt nichts über die Qualität des Uhrwerks aus, und ein goldfarbenes Gehäuse besteht nicht zwangsläufig aus Massivgold.
  • Die Eignung für den Eisenbahndienst hängt von der konkreten Uhr und den Anforderungen einer bestimmten Bahngesellschaft zu einer bestimmten Zeit ab.
  • Substanzerhalt hat Vorrang: Überlassen Sie das Öffnen, Ölen, Regulieren und Arbeiten am Uhrwerk einer qualifizierten Uhrmacherin oder einem qualifizierten Uhrmacher.

Welche Elgin-Taschenuhrenmodelle gibt es?

Die hilfreichste Antwort ist eine Übersicht über Elgins Produktbezeichnungen statt einer bloßen Liste von Modellnamen. Sammler stoßen auf benannte Uhrwerke wie B. W. Raymond, Veritas, Father Time und G. M. Wheeler sowie auf nummerierte Grades. Diese Bezeichnungen stehen nicht alle auf derselben Einordnungsebene. Ein Name kann bei unterschiedlichen Ausführungen und über verschiedene Zeiträume hinweg vorkommen, während ein Grade eine bestimmte Werkspezifikation bezeichnet. Die folgenden Beispiele bieten einen Einstieg in die Produktpalette; sie sind kein vollständiger Katalog der Elgin-Produktion. [6]

Name oder BezeichnungBedeutungWas als Nächstes zu klären ist
B. W. RaymondEine über lange Zeit produzierte, benannte Werkreihe, die mit präziser Zeitmessung verbunden wirdGenauen Grade, Werkgröße, Zeigerstellsystem, Steinzahl und Reglage
VeritasEine benannte Reihe aus Elgins gehobener ProduktionDen jeweiligen Grade und seine dokumentierten Spezifikationen
Father TimeEin Name, der auf höherwertigen Elgin-Uhrwerken vorkommtGrade und Ausführung des einzelnen Uhrwerks
G. M. WheelerEine benannte Elgin-WerkbezeichnungZeitraum und Grade; aus dem Namen allein lässt sich keine feste Spezifikation ableiten
Grade 291Eine nummerierte WerkausführungZuordnung anhand der Seriennummer und zugehörige Werksspezifikationen
Grade 76Eine nummerierte WerkausführungZuordnung anhand der Seriennummer und zugehörige Werksspezifikationen
Beispiele für Elgin-Namen und Grades – und ihre Einordnung

Der Eintrag zu Elgin B. W. Raymond behandelt einen Namen, der von den 1860er-Jahren bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts für zahlreiche Grades verwendet wurde. Gerade deshalb darf „B. W. Raymond“ nicht als eine einzige, unveränderte Uhr verstanden werden. Elgin Veritas gehört zur technisch anspruchsvolleren Produktion des Herstellers im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert. Keiner der beiden Namen belegt für sich genommen die Datierung der vollständigen Uhr, ihr Gehäusematerial, ihre Originalität oder ihre Zulassung für den Eisenbahndienst. Dafür sind Belege am jeweiligen Uhrwerk und den übrigen Komponenten nötig. [6]

Gold Filled Elgin National Watch Co. Pocket Watch – 1925
Eine als goldgefüllt katalogisierte und auf 1925 datierte Elgin-Taschenuhr. Gehäusebeschreibung und Datierung beziehen sich auf dieses Exemplar, nicht auf jede Uhr mit dem Namen Elgin. — WatchMuseum.org (© WatchMuseum.org, used with permission)

Was ist eine Elgin-Taschenuhr?

Eine Elgin-Taschenuhr ist ein tragbarer mechanischer Zeitmesser, der mit der 1864 in Elgin, Illinois, gegründeten Elgin National Watch Company verbunden ist. Für die Bestimmung liefert ein von Elgin gefertigtes Uhrwerk den stärksten Beleg: der Mechanismus mit Zugfeder, Räderwerk, Hemmung und Gangregler. Eine Zifferblattsignatur ist hilfreich, belegt aber für sich allein nicht, welches Werk darunter sitzt. Ebenso bedeutet ein Elgin-Uhrwerk nicht, dass Elgin sämtliche sichtbaren Bauteile der zusammengesetzten Uhr hergestellt hat.

Amerikanische Taschenuhrwerke und Gehäuse wurden häufig über getrennte Fertigungs- und Vertriebswege angeboten. Daher kann eine Uhr durchaus ursprünglich ein Elgin-Werk mit einem Gehäuse kombinieren, das den Namen eines anderen Unternehmens trägt. Auch eine spätere Umgehäusung ist möglich; ein ausgetauschtes Zifferblatt oder ersetzte Zeiger können die Einordnung zusätzlich erschweren. Sinnvoll ist es, Werk, Gehäuse und Anzeige zunächst getrennt zu bestimmen und anschließend zu prüfen, ob ihre Kombination historisch stimmig ist. Die Signatur eines anderen Gehäuseherstellers ist für sich genommen kein Beweis für eine Fälschung oder eine unsachgemäß zusammengestellte Uhr. [18]

Was unterscheidet bei Elgin Modell, Grade und Seriennummer?

BegriffBedeutungHäufiger Fehler
ModellEine Werkbauart oder Konstruktionsfamilie, eingeordnet nach Werkgröße und HerstellerklassifikationDen Begriff als Bezeichnung für die vollständige Uhr samt Gehäuse zu verstehen
GradeEine vom Hersteller festgelegte Spezifikationskategorie eines UhrwerksAnzunehmen, eine höhere Grade-Nummer bedeute bessere Qualität
Benannte WerkreiheEine Bezeichnung wie B. W. Raymond oder VeritasAnzunehmen, alle Exemplare hätten identische Spezifikationen
WerkgrößeEine standardisierte Größenbezeichnung für UhrwerkeDie Werkgröße mit dem äußeren Gehäusedurchmesser zu verwechseln
WerkseriennummerDie individuelle Kennnummer des UhrwerksBei der Werkbestimmung die Gehäusenummer zu verwenden
GehäusenummerEine Nummer aus dem Nummerierungssystem des GehäuseherstellersZu erwarten, dass sie mit der Werkseriennummer übereinstimmt
Die am häufigsten verwechselten Begriffe bei der Bestimmung

Eine verlässliche Beschreibung verbindet diese Kategorien, statt eine durch die andere zu ersetzen. „Elgin-Taschenuhr“ benennt zunächst allgemein den Hersteller; eine benannte Werkreihe grenzt die Auswahl ein; der Grade ermöglicht eine genauere technische Zuordnung. Werkgröße, Modell, Steinzahl und Zeigerstellart helfen anschließend, diese Zuordnung zu überprüfen. Der Eintrag zu Elgin Grade 291 nennt einen Produktionszeitraum von 1903–1920, während für Elgin Grade 76 1880–1900 verzeichnet ist. Diese Zeitspannen gelten für den jeweiligen Grade und datieren nicht automatisch eine einzelne Uhr oder ihr Gehäuse. [6]

Wie bestimmt man das Modell einer Elgin-Taschenuhr?

Beginnen Sie mit der Dokumentation, nicht mit einem Eingriff. Fotografieren Sie vor jeder Reinigung Zifferblatt, Zeiger, Krone, Bügel und äußere Gehäusemarkierungen. Bereits vorhandene Werkfotos sind besonders wertvoll. Ist das Werk verdeckt, lassen Sie das Gehäuse von einem qualifizierten Uhrmacher öffnen und die Beschriftungen festhalten; unbekannte Gehäuseböden, Glasränder und Scharniere werden leicht beschädigt. Die Checkliste zur Bestimmung alter Taschenuhren hilft beim Ordnen der Befunde. Doch keine Checkliste macht es sicher, ein festsitzendes Gehäuse gewaltsam zu öffnen oder an einem freiliegenden Werk zu hantieren.

  1. Notieren Sie Werksignatur und Seriennummer exakt. Kennzeichnen Sie unleserliche Ziffern als unsicher, statt zu raten.
  2. Gleichen Sie die Werknummer mit veröffentlichter Literatur zu Elgin-Grades und Seriennummern ab, nicht mit einer Tabelle für Gehäusenummern.
  3. Prüfen Sie, ob die ermittelte Werkgröße, das Modell und der Grade zur sichtbaren Konstruktion passen.
  4. Halten Sie die Steinzahl und vorhandene Reglageangaben fest und vergleichen Sie diese mit der erwarteten Spezifikation.
  5. Bestimmen Sie Aufzugs- und Zeigerstellmechanismus, ohne mit einem unbekannten System zu experimentieren.
  6. Dokumentieren Sie Gehäuseherstellerpunzen, Materialangaben, Zifferblattdetails und Zeiger getrennt und beurteilen Sie anschließend die vollständige Uhr.

Entscheidend ist die Gegenprüfung. Widerspricht das Ergebnis einer Seriennummernsuche dem Werkaufbau oder deutlich sichtbaren Beschriftungen, muss die Abweichung untersucht werden, statt nur passende Angaben zu übernehmen. Ein Übertragungsfehler, eine ungeeignete Referenztabelle oder ein ausgetauschtes Bauteil können den Widerspruch erklären. Auch Taschenuhrzifferblätter liefern durch Signatur, Anordnung der kleinen Sekunde und Konstruktion nützliche Hinweise, können aber ersetzt worden sein. Überzeugend wird eine Bestimmung, wenn mehrere unabhängige Beobachtungen übereinstimmen – nicht, wenn eine einzelne reizvolle Beschriftung scheinbar alle Fragen beantwortet. [6,18]

Aus welchen Materialien bestehen Elgin-Taschenuhren?

Eine Elgin-Taschenuhr vereint mehrere Materialien; die Antwort hängt daher vom betrachteten Bauteil ab. Das Gehäuse kann aus Massivgold, Goldfilled-Material, Silber oder einer unedlen Metalllegierung bestehen. Das Werk enthält tragende Platinen, funktionale Stahlteile und – je nach Ausführung – Lagersteine. Gehäuse konnten im Zuge von Wartungen ersetzt werden. Das heutige Gehäusematerial belegt deshalb nicht zwangsläufig, in welcher Form das Werk ursprünglich verkauft wurde. Betrachten Sie Gehäuse und Uhrwerk als zusammengehörige, aber eigenständige Objekte. [6,18]

Bauteil oder BezeichnungBedeutungHinweis zur Bestimmung
MassivgoldgehäuseEine durchgehende Goldlegierung im wesentlichen, entsprechend markierten GehäusekörperFeingehalts- und Herstellerpunzen erfassen; die Farbe allein beweist nichts
Goldfilled-GehäuseEine fest mit einem tragenden Grundmetall verbundene GoldschichtNicht mit Massivgold gleichzusetzen und kein bloßes Synonym für galvanische Vergoldung
SilbergehäuseEine Silberlegierung, sofern durch entsprechende Punzen oder Untersuchung belegtEine silberfarbene Oberfläche kann auch aus einem anderen Metall bestehen
Gehäuse aus unedlem MetallEin Gehäuse aus einem unedlen Metall oder einer entsprechenden LegierungHandelsnamen müssen eingeordnet werden und erlauben keine vorschnellen Schlüsse
UhrwerkÜblicherweise Messingplatinen mit dekorativen Oberflächen, Stahlteile und je nach Grade LagersteineEine glänzende oder goldfarbene Oberfläche belegt keinen Edelmetallgehalt
Zifferblatt und UhrglasDas Zifferblatt kann aus Email oder Metall bestehen; das Uhrglas kann ersetzt worden seinMaterial und Zustand müssen am konkreten Exemplar beurteilt werden
Materialien, die bei einer Elgin-Taschenuhr zu unterscheiden sind

Historische, auf eine bestimmte Jahreszahl lautende Garantien mancher Goldfilled-Gehäuse bezogen sich auf die beworbene Haltbarkeit der Goldauflage – nicht auf das Alter des Uhrwerks, den Goldfeingehalt oder eine heute gültige Zusage. Ebenso bezieht sich die Steinzahl auf Lager und zugehörige Reibflächen im Mechanismus, nicht auf dekorative Edelsteine am Gehäuse. Mehr Steine können zusätzliche Lagerstellen bedeuten, belegen für sich allein aber weder die Güte der Reglage noch den Zustand oder die heutige Ganggenauigkeit. Bestimmen Sie Materialien nicht durch Kratzen, Feilen oder den Einsatz von Haushaltschemikalien. [24]

Elgin B. W. Raymond Men’s Watch in 14KT Yellow Gold – 1880
Eine B. W. Raymond, die als Uhr aus 14-karätigem Gelbgold katalogisiert und auf 1880 datiert ist. Sie zeigt ein einzelnes Exemplar mit Gehäuse, keine allgemeingültige Materialausführung der gesamten Reihe. — WatchMuseum.org (© WatchMuseum.org, used with permission)

Welche Elgin-Taschenuhren waren Eisenbahneruhren?

Manche Elgin-Taschenuhren wurden nach Spezifikationen gefertigt, die für den Eisenbahndienst geeignet waren. „Elgin“, „B. W. Raymond“ und „Eisenbahneruhr“ sind jedoch keine austauschbaren Bezeichnungen. Eine Eisenbahner-Taschenuhr muss im Zusammenhang mit den schriftlichen Vorschriften einer Bahngesellschaft und dem jeweiligen Zeitraum betrachtet werden. Zu den maßgeblichen Merkmalen konnten Werkgröße, Steinzahl, Lagenreglage, Ablesbarkeit des Zifferblatts und Zeigerstellart gehören. Eine Zulassung galt nicht zeitlos für jede Uhr einer benannten Reihe. [19]

Die Hebelzeigerstellung ist wichtig, weil sie das Stellen der Zeiger vom gewöhnlichen Aufziehen trennt und so das Risiko verringert, die Zeiger versehentlich über die Krone zu verstellen. Dennoch beweist sie allein keine Eignung für den Eisenbahndienst. Unterscheiden Sie drei Aussagen: Eine Uhr besitzt typische Merkmale einer Eisenbahneruhr; ihre genaue Spezifikation erfüllte bestimmte Vorschriften; oder für das einzelne Exemplar ist ein Einsatz im Eisenbahndienst belegt. Die letzte Aussage erfordert Herkunftsnachweise, etwa glaubwürdige Dienstunterlagen – eine auf dem Gehäuse eingravierte Lokomotive oder ein Zifferblatt mit kräftigen Ziffern genügt nicht. [2,19]

Sind Elgin-Taschenuhren gut?

Ja – Elgin stellte sowohl zuverlässige Alltagsuhren als auch aufwendiger ausgestattete Präzisionswerke her. Dabei variiert die Qualität innerhalb der Produktpalette, und der heutige Erhaltungszustand ist von enormer Bedeutung. Ein ursprünglich hervorragendes Werk kann verschlissene Lager, beschädigte Teile oder ungeeignete frühere Reparaturen aufweisen. Ein einfacheres, fachgerecht erhaltenes Exemplar kann im Gebrauch mehr Freude bereiten als eine aufwendige Uhr mit ungelösten Mängeln. Beurteilen Sie die ursprüngliche Werkspezifikation und den aktuellen mechanischen Zustand getrennt; weder der Markenname noch die Aussage „läuft“ beantwortet beide Fragen.

  • Konstruktion und Spezifikation: Bestimmen Sie Grade, Lagerung, Zeigerstellsystem und dokumentierten Reglagestandard.
  • Reglage: Unterscheiden Sie die Anpassung an Temperaturen oder Lagen vom bloßen Regulieren des Gangs auf schneller oder langsamer.
  • Zustand: Achten Sie auf Korrosion, beschädigte Schrauben, verschlissene Bauteile und Hinweise auf ungeeignete Ersatzteile.
  • Gangleistung: Eine kurze Vorführung des Tickens belegt keinen stabilen Gang über die gesamte Laufzeit oder in verschiedenen Lagen.
  • Wartbarkeit: Verfügbarkeit und Eignung von Ersatzteilen müssen für das jeweilige Werk beurteilt werden.
  • Historische Substanz: Bewahren Sie stimmige Originalteile nach Möglichkeit, statt sie allein für ein einheitlicheres Aussehen zu ersetzen.

Wie breit war Elgins Taschenuhrenangebot?

Elgins Taschenuhren dienten unterschiedlichen Zwecken: der alltäglichen Zeitmessung, Tätigkeiten mit hohen Anforderungen an die Zuverlässigkeit sowie als repräsentative Begleiter oder Uhren zur festlichen Garderobe. Größe, Bauhöhe, Finissierung und Gehäusewahl halfen, diese Einsatzbereiche zu unterscheiden. Die Kategorie der Taschenuhren für festliche Anlässe beschreibt Stil und Tragezweck, nicht einen einzelnen Elgin-Grade. Ebenso beherbergt ein reich verziertes Gehäuse nicht zwangsläufig das technisch anspruchsvollste Werk des Herstellers. Äußere Gestaltung und Werkspezifikation waren im Verkauf miteinander verbunden, dürfen aber nicht als identische Qualitätsmaßstäbe gelten.

Lépine- und Savonnette-Ausführungen fügen eine weitere Ebene hinzu. Bei einem offenen Lépine-Gehäuse bleibt das Zifferblatt durch das Uhrglas sichtbar; ein Savonnette-Gehäuse besitzt einen schützenden Sprungdeckel. Werkaufbau, Position des Pendanten und Anordnung der kleinen Sekunde müssen gemeinsam betrachtet werden, um die Stimmigkeit der Gehäuseausführung zu beurteilen. Ein Werk kann zwar in ein Gehäuse passen, ohne dass die so entstandene Uhr ihrer ursprünglichen Konfiguration entspricht. Eine aussagekräftige Produktbeschreibung geht deshalb über „goldene Elgin“ hinaus: Sie bestimmt das Werk und erläutert die Gehäuseausführung unabhängig davon. [18]

Wie pflegt man eine alte Elgin-Taschenuhr?

Bewahren Sie die Uhr trocken, gepolstert und vor Staub, Stößen sowie starken Magnetfeldern geschützt auf. Gehen Sie nicht davon aus, dass ein geschlossenes antikes Gehäuse feuchtigkeitsbeständig ist. Beachten Sie bei der äußeren Pflege die Grenzen der schonenden Taschenuhrreinigung: Tauchen Sie die vollständige Uhr nicht in Flüssigkeit, bringen Sie keine Flüssigkeit an Öffnungen und versuchen Sie nicht, das Werk zu Hause zu reinigen. Für eine intakte Außenfläche kann ein weiches, trockenes Tuch geeignet sein. Ablösende Beschichtungen, instabile Oberflächen und empfindliche Verzierungen müssen jedoch vor der Behandlung fachlich beurteilt werden. [9,11]

Welche Angaben gehören in die Beschreibung einer Elgin-Taschenuhr?

  • Hersteller und genaue Werksignatur.
  • Werkseriennummer mit Kennzeichnung unsicherer Ziffern.
  • Bestätigter Grade, Werkgröße und Modell mit Angabe der verwendeten Referenzquelle.
  • Steinzahl, Reglagebeschriftungen und Zeigerstellsystem.
  • Gehäusehersteller, Materialpunzen und Lépine- oder Savonnette-Ausführung.
  • Zifferblatt, Zeiger, Uhrglas und mögliche Hinweise auf Ersatzteile.
  • Ungefähre Produktionsdatierung, klar getrennt von Inschriften und Herkunftsnachweisen.
  • Zustandsbeschreibung und Wartungsnachweise, ohne aus bloßem Ticken auf Ganggenauigkeit zu schließen.

Eine solche beleggestützte Beschreibung beantwortet die eigentliche Frage hinter der Suche nach „Elgin Taschenuhr Modelle“: Was genau ist diese Uhr, und wo steht sie innerhalb der Produktpalette des Herstellers? Beginnen Sie beim Werk, betrachten Sie Name und Grade gemeinsam und beurteilen Sie anschließend das vollständige Objekt. Das Ergebnis ist aussagekräftiger als eine Modellbezeichnung allein – und ehrlicher, wenn Datierung, Material oder ursprüngliche Konfiguration ungewiss bleiben.

Häufige Fragen

Wo steht die Seriennummer einer Elgin-Taschenuhr?

Die zur Werkbestimmung benötigte Nummer steht auf dem Uhrwerk, nicht außen am Gehäuse. Gehäusenummern gehören zu einem eigenen Nummerierungssystem und erlauben im Allgemeinen keine Datierung eines Elgin-Werks. Ist der Mechanismus verdeckt, lassen Sie das Gehäuse von einem qualifizierten Uhrmacher öffnen und Signatur, Seriennummer sowie weitere Beschriftungen fotografieren.

Bedeutet eine höhere Elgin-Grade-Nummer eine bessere Uhr?

Nein. Eine Grade-Nummer ist eine Herstellerbezeichnung, keine einfach aufsteigende Qualitätsskala. Vergleichen Sie die dokumentierten Spezifikationen, darunter Steinzahl, Reglage, Konstruktion und Verwendungszweck. Der heutige Zustand ist gesondert zu betrachten: Ein höher spezifiziertes Werk mit Verschleiß oder schlechten Reparaturen kann schlechter laufen als ein intaktes, einfacheres Exemplar.

Sind alle Elgin B. W. Raymond für den Eisenbahndienst geeignet?

Aus dem Namen allein lässt sich keine Eignung für den Eisenbahndienst ableiten. B. W. Raymond umfasste über einen langen Zeitraum mehrere Grades. Bestimmen Sie die genaue Werkspezifikation und vergleichen Sie sie mit den Anforderungen einer bestimmten Bahngesellschaft zu einer bestimmten Zeit. Ein tatsächlich belegter Einsatz im Eisenbahndienst ist eine weitergehende Aussage, die Nachweise zum einzelnen Exemplar erfordert.

Woran erkenne ich, ob meine Elgin-Taschenuhr aus Massivgold besteht?

Erfassen Sie Hersteller- und Materialpunzen des Gehäuses und lassen Sie unklare Markierungen fachlich einordnen. Goldfilled-Gehäuse können Massivgold ähneln, und eine goldfarbene Oberfläche beweist weder Zusammensetzung noch Feingehalt. Nehmen Sie selbst keine Kratz- oder chemischen Tests vor. Die Elgin-Signatur des Werks belegt nicht das Material des umgebenden Gehäuses.

Kann ich eine antike Elgin-Taschenuhr täglich tragen?

Möglicherweise, doch die Eignung hängt vom Zustand, der Wartungshistorie und der Trageweise ab. Lassen Sie die Uhr vor regelmäßigem Gebrauch von einem qualifizierten Uhrmacher beurteilen. Antike Taschenuhren sollten vor Stößen und Feuchtigkeit geschützt werden. Auch eine tickende Uhr kann Aufmerksamkeit benötigen, bevor ein längerer Betrieb ratsam ist.

Beweisen übereinstimmende Gehäuse- und Werknummern die Originalität einer Elgin?

Gehäuse- und Werknummern gehören meist zu den Systemen unterschiedlicher Hersteller. Übereinstimmende Nummern sind daher keine allgemeine Voraussetzung für Originalität. Umgekehrt beweist eine zufällige Zahlenübereinstimmung wenig. Beurteilen Sie passende Konstruktion, Gehäusesitz, Zifferblatt- und Zeigerkonfiguration, Verschleißspuren und dokumentierte Geschichte gemeinsam, wenn Sie prüfen, ob die vollständige Uhr ihre frühere Form bewahrt hat.

Quellen

  1. Published factory grade and serial literature (Hamilton, Elgin, Illinois, Waltham)
  2. NAWCC Bulletin, articles on recased and assembled watches
  3. Published railroad time-service rules and approved-watch lists (various roads)
  4. Railroad time-service rules for lever-setting (see 'What Makes a Railroad-Grade Watch')
  5. See 'What Jewel Counts Really Tell You' and 'Jewelling and the Rise of Synthetic Ruby'
  6. Fried, H. B., The Watch Repairer's Manual
  7. de Carle, D., Practical Watch Repairing